Sommer Tai-Kai 2018 - Impressionen


7. Januar 2019 - Janine Böhme

Als taufrisches Mitglied der Kempo-Gemeinde zu Erlangen hatte ich Spektakuläres von den Sommer Tai-Kai der letzten Jahre vernommen und war schon entsprechend gespannt auf den Realitäts-Check.

Der erste Schock bei der Ankunft (Zimmer teilen mit einer mir völlig unbekannten Dame fortgeschrittenen Alters…) verwandelte sich rasch in nachhaltige Begeisterung (Lachen, bis der Doktor kommt…). Meine Zimmergenossin aus der ehemaligen Bochum-Kempo-Gruppe erwies sich nicht nur als wandelndes Kempo-Lexikon, sondern führte mir nachdrücklich vor Augen, dass frau auch mit halbem Kampfgewicht und doppeltem Alter in der Lage sein kann, einen Angreifer in seine Schranken zu verweisen. Mit viel Gegacker bastelten wir dann auch aus genau diesem Aspekt ein Mini-Embu mit dem Titel „Der Überfall – eine luftige Improvisation“, in dem ich die Rolle des Finsterlings spielen durfte. Klar, dass ich innerhalb von 10 Sekunden auf der Matte lag…

Pünktlich zur 100-Randori-Nacht kam die erste Verstärkung zur Truppe. Ein erfahrender Shotokan-Recke im belastbaren Alter und mit frauenfreundlichem Kampfgewicht. Formidabel! Bei den vielen, rasch aufeinanderfolgenden Kämpfen mit wechselnden vertrauten Gegnern aller Größen, Farben und Formen, war es für mich die interessanteste Erfahrung, mich mit einem Vertreter einer anderen Stilrichtung im Randori zu messen. Und rein farblich sah die Sache ja auch ganz gut aus…

Aber natürlich haben wir nicht nur trainiert und gekämpft. Wobei… Auch in der Freizeit konnte ich nicht ganz vom Thema ablassen. Zufällig hatten Ramira Zielgenau und Ti Cha Pfeil und Bogen dabei, so dass ich die Gelegenheit gerne nutzte, mich im Umgang mit denselben zu üben, bis offene Blasen und Abendessen mir anderes rieten. Bis spät in die Nacht rangen wir auch ein ums andere Mal beim Risiko um die Weltherrschaft oder lösten Black Storys mit bizarren Todesfällen.

Und dann kam zur Halbzeit zum Glück die nächste Verstärkung: neben mir der zweite Weißgurt, der etwas Farbe in sein Leben bringen wollte. So angenehm es ist, mit erfahrenen Partnern zu üben, die wissen, was sie tun, so hilfreich ist es, im richtigen Moment den Mann mit denselben Interessen an seiner Seite zu haben… Kurzum: die Prüfungsvorbereitung war natürlich viel kurzweiliger in passender Gesellschaft. Und der Prüfungstag? Tja… in jedem Fall war es spannend, den höher Graduierten zuzugucken…

Leider war die Woche nur acht Tage lang. Aber man soll ja, wie es so schön heißt, dann aufhören, wenn´s am schönsten ist. In meinem Fall, wenn man Farbe angenommen hat und weitere Blessuren rein platzmäßig nicht mehr unterzubringen sind. Mein Fazit: nächstes Jahr unbedingt wieder! Danke an alle, die dabei waren, für das gute Miteinander, die endlose Geduld und den reichlichen Spaß!

Verena Ryssel

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