Was ist Cricket?

Grundlagen

Cricket (und nicht Kricket) ist ein Schlagballspiel für je elf Spieler pro Team. Obwohl der Spielablauf und die Regeln völlig anders sind als im Baseball, ist der Grundgedanke doch sehr ähnlich. Das Spiel ist in Durchgänge (Innings, auch im Singular mit ‘s’) eingeteilt, in denen die jeweilige Schlagmannschaft versucht, Punkte (Runs) zu erzielen, während die Feldmannschaft darauf aus ist, die gegnerischen Schlagleute (Batsmen) rauszuwerfen. Sobald 10 der 11 Batsmen ausgeschieden sind, ist das Innings beendet, und die Rollen der Mannschaften werden getauscht. Ziel ist es, am Ende mehr Runs zu haben als der Gegner in seinen beendeten Innings. Ein Spiel kann auf ein oder zwei Innings pro Mannschaft angesetzt sein.

Das Spielfeld

Form und Größe eines Cricketfeldes sind nicht vorgeschrieben! Es ist immer ein Rasenfeld und meist ein Oval mit einem Durchmesser von ca. 100-140 Metern, begrenzt von einer weißen Linie, einem Tau, einem Zaun oder kleinen Flaggen. In der Mitte des Spielfeldes liegt die ca. 20 m lange Spielbahn (Pitch). An ihren Enden befinden sich zwei Wickets (s.u.).

Die Pitch ist der am sorgfältigsten präparierte Teil des Feldes, extrem kurz geschnitten und häufig gewässert und gewalzt. Im Laufe einer Saison werden mehrere solcher Pitches angelegt, damit sich der Rasen dort immer wieder erholen kann. In Ländern, in denen die Cricketteams mit Fußballplätzen u.ä. vorlieb nehmen müssen, wird meist eine Kokosmatte benutzt, aber es gibt auch richtige Cricketplätze mit einer Kunstrasenpitch.

Wickets

An den Enden der Pitch stehen im Abstand von 20,12 m die beiden Wickets. Sie bestehen jeweils aus drei senkrechten Stäben (Stumps), auf denen zwei kurze Querhölzer (Bails) liegen.

Stumps

Pro Wicket benötigt man wie gesagt drei 71,1 cm hohe Holzstäbe mit einem Durchmesser von ca. 3,6 cm. Sie werden mit ihrem spitzen Ende in gleichmäßigem Abstand in den Boden geschlagen, so daß sie zusammen das 22,9 cm breite Wicket bilden. Dadurch stehen sie gerade so weit auseinander, daß der Ball nicht zwischen ihnen hindurch fliegen kann.

Bails

Die beiden Bails sind je 11 cm lang und verbinden die Stumps miteinander, indem sie in kleinen Vertiefungen auf deren Spitze liegen.

Was ist Cricket? - Das Wicket.
 
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Das Wicket


 

Bowling Crease

Jedes Wicket steht in der Mitte einer Bowling Crease, die insgesamt 2,64 m lang ist.

Popping Crease

Die Popping Crease befindet sich 1,22 m vor dem Wicket (d.h. in Richtung des anderen Wickets) und ist mindestens 3,66 m lang.

Return Crease

An jedem Wicket befinden sich zwei Return Creases, jeweils im rechten Wickel zu den anderen Linien und den Wickets. Sie markieren die Enden der Bowling Crease, beginnen an der Popping Crease und enden frühestens 1,22 m hinter dem Wicket.

Was ist Cricket? - Der Pitch
 
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Der Pitch


 

Die Ausrüstung

Cricketball

Der Ball ist sehr hart und besteht aus Kork, Kordel und außen Leder. Er ist etwas größer als ein Tennisball und besteht aus vier zusammengefügten Teilen. Die Naht teilt den Ball in zwei Hälften und steht etwa 1 mm über. Der Ballumfang liegt zwischen 22,4 und 22,9 cm und sein Gewicht zwischen 156 und 163 g. Der Ball ist rot gefärbt, nur die deutliche Naht ist weiß. In den selteneren Flutlichtspielen wird ein weißer Ball verwendet.

Was ist Cricket? - Der Ball
 
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Cricketball


 

Cricketschläger (Bat)

Der Schläger ist aus Weidenholz (Cricketwillow) gefertigt, ist flach auf der Vorderseite und besitzt einen "Buckel" zur Stärkung auf der Rückseite. Die Schlagfläche darf maximal 10,8 cm breit und der gesamte Schläger nicht länger als 96,5 cm sein (meist ca. 85 cm lang).

Was ist Cricket? - Das Bat
 
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Das Bat


 

Schutzausrüstung

Schienbeinschützer (Pads), Handschuhe, Helme und noch einige andere Utensilien schützen die Batsmen vor Verletzungen durch den Ball.

Kleidung

Lange weiße Crickethosen, weiße Hemden mit kurzen oder langen Ärmeln und bei kühlem Wetter oft noch einen weißen Pullover mit dem typischen Cricket-Strickmuster. Bei starker Sonne tragen Cricketspieler einen weißen Crickethut oder eine Kappe. Die Spieler tragen keine Spielernummern oder Vereinsnamen auf ihrer Kleidung. Doch im Proficricket wird bei Eintagesspielen (s.u.) manchmal auch in bunter Spielkleidung gespielt (von Traditionalisten als "Pyjamacricket" verspottet).

Schuhe

Weiße Sportschuhe, oft mit Noppen oder Spikes.

Der Spielablauf

Vor dem Spiel werfen die Kapitäne eine Münze, und der Gewinner der "Toss" kann wählen, ob seine Mannschaft zuerst im Feld spielt oder mit dem Schlagen beginnt.

Alle elf Spieler der Feldmannschaft, aber jeweils nur zwei Spieler der Schlagmannschaft befinden sich gleichzeitig auf dem Spielfeld. Die restlichen neun Spieler der Schlagmannschaft warten außerhalb des Feldes auf ihren Einsatz. Beide Batsmen tragen Schutzausrüstung und sind mit ihren Schlägern "bewaffnet".

Die beiden Batsmen besetzen je eines der beiden Wickets und stellen sich an ihrer Schlaglinie (Popping Crease) auf. Der Batsman, auf den der Bowler (B) als nächstes werfen wird ist der Striker (S), der Batsman am anderen Wicket der Non-Striker (NS). Der Striker steht vor seinem Wicket, der Non-Striker neben seinem Wicket, damit der Bowler von der anderen Seite aus werfen kann. Hinter dem Striker steht der Wicket-Keeper (WK), der wie der Bowler zur Feldmannschaft gehört. Einer der beiden Schiedsrichter (U) befindet sich auch an der Pitch.

Was ist Cricket? - Spielablauf
 
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Spielablauf


 

Einer der Feldspieler ist wie gesagt der Bowler, dieser wechselt nach jeweils 6 Bällen (6 Bälle = ein Over). Er läuft zu seinem Wurf an und wirft üblicherweise so, daß der Ball vor dem Striker aufspringt. Ein weiterer Feldspieler ist der Wicket-Keeper, er steht hinter dem Wicket, auf das der Bowler als nächstes werfen (bowlen) wird. Er ist der einzige Feldspieler, der Schienbeinschützer (Pads) und Fanghandschuhe trägt. Die anderer 9 Feldspieler werden vom Kapitän so über das Spielfeld verteilt, daß sie Runs der Batsmen verhindern und diese "Aus" machen können.

Punkte erzielen

Immer wenn der Striker den Ball schlägt, kann er punkten (Runs erzielen). Dies geschieht dadurch, daß er (der Striker) und sein Partner (der Non-Striker) auf das jeweils andere Wicket zulaufen und hinter die dortige Popping Crease gelangen, m.a.W. sie tauschen ihre Plätze. Sie können sofort umkehren und zu einem zweiten und weiteren Runs starten, die Feldmannschaft wird jedoch den Ball so schnell wie möglich wieder zu einem der beiden Wickets zurückwerfen, um die Batsmen am weiteren punkten zu hindern. Wenn nämlich ein Feldspieler mit dem Ball eines der Wickets zerstört und der auf dieses Wicket zulaufende Batsman die Popping Crease noch nicht erreicht hat, so scheidet er aus (Run Out). Genaugenommen scheidet in diesem Fall der Batsman aus, der sich näher am entsprechenden Wicket befunden hat. Das Wicket kann entweder mit einem direkten Wurf zerstört werden oder indem der Ball zu einem am Wicket stehenden Mitspieler geworfen wird, der es dann zerstört. Dazu muß mindestens eines der Bails vom den Stumps herunterfallen.

Die Batsman halten ihre Schläger während sie rennen in den Händen und beim Umkehren zum nächsten Run berühren sie den Boden hinter der Popping Crease mit ihrem ausgestreckten Schläger, auf diese Weise sparen sie 1 bis 2 Meter beim Rennen.

Die Batsman müssen aber nach einem Schlag nicht rennen, wenn sie es für zu gefährlich halten (Run-Out Gefahr!) - Es ist alles andere als ungewöhnlich, den Ball zu schlagen und dann trotzdem nicht zu rennen!

Wenn die Batsmen eine ungerade Zahl an Runs erlaufen, haben sie ihr Rollen als Striker/Non-Striker getauscht und der nächste Ball wird entsprechend gegen den anderen Batsman gebowlt. Außer der letzte Ball war auch der letzte des Overs (wie gesagt = 6 Bälle), denn nach jedem Over wird nicht nur der Bowler gewechselt, sondern der neue Bowler bowlt sein Over auch vom anderen Wicket aus.

Der Batsman kann auch Runs erzielen, indem er den Ball über die Spielfeldgrenze schlägt, das zählt 4 Runs, ohne daß die Batsmen dafür laufen müssen. Schlägt der den Ball direkt ohne zwischenzeitliche Bodenberührung über die Grenze, zählt der Schlag 6 Runs. In beiden Fällen können die Batsmen nicht zusätzlich durch Platzwechsel Runs erzielen. Der Ball ist in diesem Moment tot und die Batsmen können dann auch nicht mehr durch "Run Out" ausscheiden. So ein 4er oder 6er wird als "Boundary" bezeichnet.

Die Batsmen begnügen sich normalerweise mit den erzielten Runs, sobald ein Feldspieler den Ball zu den Wickets zurückwirft. Wirft er aber den Ball über das Ziel hinaus, können die Batsmen zu neuen Runs starten. Solche Runs werden "Overthrows" genannt und wenn der Ball in diesem Fall die Spielfeldgrenze erreicht, zählen alle vor dem Wurf erlaufenen Runs zusätzlich zu den 4 Runs.

Durch die Batsmen erzielte Runs und auch etwaige Overthrows werden, außer seiner Mannschaft natürlich, immer dem Batsman gutgeschrieben, der den Ball geschlagen hat (also dem Striker) und in der Bowlingstatistik dem entsprechenden Bowler (in seinem Fall gilt natürlich: je weniger desto besser).

Wenn ein Batsman beim Umkehren zu einem weiteren Run nicht den Boden hinter der Popping Crease berührt, wird der Schiedsrichter an diesem Pitchende einen "Short Run" anzeigen und diesen Run nicht werten.